Die Wiedervereinigung
Die Wiedervereinigung als Chance. 1989/90 – 2010 Im sogenannten Zonenrandgebiet in der hessischen Rhön bin ich aufgewachsen, gar nicht weit weg von der Grenze zu Thüringen. Die Sitzmanns hatten keine Ostverwandtschaft oder andere Beziehungen nach drüben, so dass es mir all die Jahre der Trennung Deutschlands nicht möglich war, Städte wie Leipzig, Weimar oder Dresden zu besuchen und zu entdecken, wie schön es dort ist. Natürlich war mir die Semperoper bekannt, der Zwinger oder die Ruine der Dresdner Frauenkirche. Aber wer wusste schon etwas mit dem Fürstenzug anzufangen, Stallhof, Goldner Reiter, Hausmannsturm oder Albertinum? Auch vom Blauen Wunder hatte ich keine Ahnung, der Kunstakademie und der Brühlschen Terrasse - geschweige denn von der Schönheit des Elbtales in alle Richtungen.
Schaue ich auf die gut sieben Jahre Dresden zurück, so gibt es eine Fülle von Erlebnissen und Aktivitäten, die mein Leben bereichert und verändert haben. Aber es wäre zu kurz gesprungen, würde ich nur mit meinen Freuden ins Feld springen.
Ein Land ist wiedervereint, voll im Prozess gesteckte Ziele möglichst rasch zu erreichen. Das Beste aus den eigenen Möglichkeiten zu machen, ist jeder bemüht. Schöne Städte wie Weimar, Erfurt, Dresden, Leipzig oder Görlitz sind durch ihren Charme, Anziehung und Grundvoraussetzungen im Vorteil.
Ländliche Gebiete allerdings erleben ein langsameres Tempo, hin zu den sogenannten "blühenden Landschaften". Viele verließen ihre Heimat, um Arbeit zu finden - haben eine neues Stück Deutschland entdeckt, sind geblieben. Doch zahlreich kehren die Menschen wieder zurück ins Heimatland, mit neuen, brauchbaren Eindrücken und bauen Existenzen auf.
In Dresden ist dies besonders spürbar. Dresden, seine Menschen, die Frauenkirche und andere liebenswerte Orte, haben mich und mein Leben verändert. Den Platz, den sie in meinem Herzen eingenommen haben, werden andere Themen, ich weiß es genau, nicht verdrängen können.
Dresden im April 2010 |






Für mich persönlich ist die Wiedervereinigung ein großes Glück gewesen.