Sitzmann Fotografie


Frauenkirche und Neumarkt Dresden.

Der Aufbau ...


Die Frauenkirche und der Neumarkt in den Phasen ihres Aufbaus waren und sind die Hauptthemen meiner photographischen Arbeit der letzten Jahre im Zentrum Dredens.

Das hohe Wasser der Jahrhundertflut war gerade weitergezogen, da erreichte ich die Landeshauptstadt - das war am 20. August 2002, geriet, übers Blaue Wunder kommend, rasch an die  Baustelle Frauenkirche, erblickte von der Münzgasse her das monumentale Hauptgerüst des Kirchenbauwerks, hob die Kamera an und begann zu photographieren.

 

Bis zum heutigen Tag!

 

Im Fokus der Weltöffentlichkeit entwickelte sich der Aufbau der Dresdner Frauenkirche und der des Neumarkts rasant und präzise. Meine Photographien zeigen engmaschig alle Phasen der Neumarktwiederherstellung (die archäologische, erste Bagger auf dem Gelände des späteren Hotel de Saxe, die Tiefgarage, Quartier an der Frauenkirche, Kurfürstenhof, Juwel an der Frauenkirche usw.) und alles andere was auf der Kirchbaustelle passierte, ab Anhebung des monumentalen Hauptgerüsts im November 2002. Unwiederbringliche Aufnahmen sind entstanden.

 

Häufig befand ich mich allein vor Ort und hielt fest, was sich täglich über Monate und Jahre hin veränderte und zum Ganzen wurde. Wir finden Bilder von der Ankunft der Glocken im Morgengrauen und vom Großevent Glockenweihe 2003. In über 80 m Höhe fand in der Laterne die feierliche Versetzung des letzten Steins statt.

 

  

 

Sein Name: A90/1

 

Vom Dach des Cafés an der Frauenkirche aus, photographierte ich in frühesten Morgensstunden die letzte Solofahrt des gespendeten Kreuzes, über das Laternengerüst in 90 m Höhe hinweg, hinab zur sturmsicheren Turmhaube. Dort wurde das Kreuz für alle Zeiten über den Kaiserstab mit der kupfernen Haube verbunden.

 

Die gewaltige Orgel in tausend Einzelteilen erreicht die Kirche. Zahllose Photographien entstanden ganz oben im Kuppel- und Gerüstbereich, später auch innen, dort wo Maler Wetzel die Apostel malte  und mich gelegentlich bei der Arbeit zuschauen ließ.

 

Oktober 2005: Die Welt schaut nach Dresden - Tausende sind angereist: Die ersehnte Weihe! Das Nagelkreuz aus Coventry wird zum Altar getragen. Nach der Weihe bis heute beobachte ich nun das neue Leben an der Frauenkirche. Um sie herum ist viel passiert: Die Bürgerhäuser/Quatiere sind in großer Zahl zurückgekehrt und tragen dazu bei, dass sich buntes und vielfältiges Leben im Herzen Dresdens mehr und mehr entwickelt.

 

 

       

 

 

 


Zum Thema Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche erschien im Oktober 2004 mein erster Bildband "Die Dresdner Frauenkirche - Dem Himmel näher". Im Dezember 2006 dann das Werk "Dresdens Herz - Glanzvolle Wiederkehr eines städtischen Zentrums".

 

Was in den letzten Jahren im Zentrum der sächsischen Kunst- und Kulturmetropole, sechs Jahrzehnte nach der Zerstörung geschah, ist einzigartig - weltweit gibt es nichts Vergleichbares! Die Wiedergeburt des Dresdner Zentrums zog nicht nur die Augen der Menschheit auf sich, sondern brachte in besonderer Weise eine Welle der Zuneigung in Gang, die sich vor allem auch über das enorme Spendenverhalten der Menschen aus aller Welt ausdrückte. Millionen Besucher kommen jahrein, jahraus in die Stadt, schauen, staunen und fahren beeindruckt, vielleicht sogar ein bisschen verändert, in ihre Heimat zurück.

 

Am 20. August 2002 kam ich an diesen besonderen Ort, noch war Baustelle und die Sandsäcke, die am oberen Ende der Münzgasse lagen waren noch nass vom hohen Wasser. Seitdem habe ich das Zentrum, Dresdens Herz, nicht mehr verlassen, war nahezu täglich dort und dokumentierte mit meinen Möglichkeiten die ständigen Veränderungen an der Frauenkirche, dem Neumarkt, aber auch die der berühmten Nachbarn aus feinstem Barock standen im Fokus.

 

Die Geschwindigkeit hat nachgelassen, viele Häuser stehen. Bald ist der Neumarkt mit den Mitteln heutiger Möglichkeiten der Technik und Handwerkskunst annähernd vollständig zurück und leistet der Frauenkirche gute Gesellschaft. Mein Dresden Archiv umfasst inzwischen um 80.000 Photographien. Ein Großteil davon ist unwiederbringlich, bleibt Dokument einer außergewöhnlichen und spannenden Zeit, legt zukünftigen Generationen Zeugnis ab.

 

Meine Arbeit wird abgeschlossen sein, wenn der letzte Stein am Neumarkt zu Dresden vermauert worden ist. Gespannt schaue ich auf die große Grube zwischen Johanneum und Schloss. Hier entsteht ein weiteres Gebäude: das Schlosshotel.

 

Ob in der unmittelbaren Nachbarschaft in Richtung Kulturpalast zukünftig auch gebaut wird? Schau' mer mal - ich werde ganz sicher dabei sein!

 

das-wunder-von-dresden.de